Zuger Landwirtschaft
Der Kanton Zug, mit einer Fläche von 238,5 km² der kleinste Vollkanton der Schweiz, liegt im Grenzbereich zwischen Mittelland und Voralpen. Während der nördliche und westliche Teil des Zugerlandes relativ flach sind, erhebt sich östlich des Zugersees der grösstenteils bewaldete Hang des Zugerberges bis zur Höhe von mehr als 1000 m. Das nach Süden leicht ansteigende Hochplateau des Zugerberges wird begrenzt durch die dazu querliegende, langgezogene Erhebung des Rossberges. Dieser Grat bildet eine natürliche Grenze zum Kanton Schwyz und dessen Kulminationspunkt, der Wildspitz, ist mit 1580 m auch die höchste Erhebung im Zugerland.
Von der Gesamtfläche des Kantons Zug sind knapp die Hälfte, nämlich rund 110 km², landwirtschaftlich produktives Land (ohne Wald). Davon entfallen etwa zwei Drittel auf das Berggebiet. Milch- und Viehwirtschaft bilden die wichtigste Einnahmequelle für den Zuger Bauern. Mehr als drei Viertel der bäuerlichen Einnahmen der rund 500 Haupterwerbsbetriebe stammen aus dem Stall. Die offene Ackerfläche hat sich in den letzten 10 Jahren stetig reduziert und beträgt jetzt 1400 ha, davon sind die Hälfte mit mit Körner- und Silomais und ein Drittel mit Brot- und Futtergetreide bepflanzt. Der Intensivobstbau hat vor allem im Ennetsee starke Verbreitung gefunden. So wurde seit Mitte der siebziger Jahre die Obstbaufläche erheblich vergrössert. In den Berggemeinden sind vor allem Kirsch- und Birnbäume vertreten. Die Zuger Kirschen haben in Form von Zuger Kirsch und Zuger Kirschtorten einen weit reichenden Ruf erworben. Rund 50'000 Feldobst-Hochstammbäume prägen die abwechslungsreiche Landschaft.
Gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen hat die Zuger Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten fortwährend an Bedeutung eingebüsst. Vor hundert Jahren war noch jeder dritte Zuger in der Landwirtschaft beschäftigt, heute ist es noch jeder fünfundzwanzigste. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieses im gesamtschweizerischen Vergleich überdurchschnittlichen Schrumpfungsprozesses weist die Zuger Landwirtschaft nach wie vor eine günstige Betriebsgrössenstruktur auf. Die landwirtschaftliche Nutzfläche je Betrieb hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen und liegt im Jahr 2006 bei 19,2 ha. Trotz der starken Bautätigkeit verfügt der Kanton Zug noch über genügend ackerbaufähiges Land, so dass die vom Bund dem Kanton Zug zugeteilte Fruchtfolgefläche von mindestens 3000 ha gewährleistet ist.
