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Forschung

Protokollbuch der Grundpfandverschreibungen der Stadt Zug (sogenanntes Hypothekenbuch): Stark abgenutzer Band mit zahlreichen losen Beilagen. Die Einträge beginnen um 1692 und reichen bis 1785.

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Das Staatsarchiv hat den gesetzlichen Auftrag zur Förderung der Landesgeschichte. Die Förderung selbst erfolgt auf ganz verschiedenen Ebenen - von der Initiierung von Forschungsvorhaben über die Projektleitung oder blosse Beratung bis zur Mitarbeit in einer Kommission. Ein wichtiger Beitrag zur Forschungsförderung kann auch darin bestehen, ein Projekt im Staatsarchiv anzusiedeln und ihm den nötigen Arbeitsplatz samt Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit laufen mit Beteiligung des Staatsarchivs folgende Forschungsarbeiten:

Erschliessung der Rats- und Gemeindeprotokolle der Stadt Zug 1471-1798

Die handgeschriebenen Rats- und Gemeindeprotokolle der Stadt Zug bilden das Rückgrat des alten Zuger Stadtarchivs, welches sich im Besitz der Bürgergemeinde der Stadt Zug befindet. Diese Protokollserie (50 Bände, über 16 000 Seiten, gegen 100 000 Einträge) ist nicht nur für die Stadtgeschichte, sondern auch für die Kantonsgeschichte von grösster Bedeutung, spiegeln sich doch in ihr auch die Verhältnisse im städtischen Untertanengebiet (Cham, Hünenberg, Risch, Steinhausen, Walchwil) und die Beziehung zu den drei gleichberechtigten Gemeinden des äusseren Amtes (Ägeri, Menzingen, Baar). Bisher gab es keinerlei Register oder andere Suchhilfen, um sich in diesem riesigen, schwer lesbaren Informationsschatz zurechtzufinden. Neu wird von jedem Protokolleintrag ein so genanntes Regest, das heisst eine exakte inhaltliche Zusammenfassung mit Datum und allen im Eintrag vorkommenden Orten und Personen, hergestellt und auf der Datenbank des Staatsarchivs gespeichert. Diese Regestdatei (2007: rund 58 000 Einträge) kann im Staatsarchiv eingesehen und elektronisch durchsucht werden. Eine Benützung via Internet (Archiv-Online) ist vorgesehen.
Weiterführende Literatur: Tugium 7 (1991), S. 8-15

Bearbeiter: Dr. Vikor Ruckstuhl 
Datenerfassung: Marianne Jaggi

Orts- und Flurnamenbuch des Kantons Zug

Das Forschungsprojekt "Orts- und Flurnamenbuch des Kantons Zug", geleitet von Dr. Beat Dittli wurde im Herbst 2007 abgeschlossen. Es hatte zum Ziel, ein umfassendes alphabetisches Lexikon der heutigen und der heute nicht mehr bekannten Ortsbezeichnungen im Kanton Zug zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Erfasst sind mehr als 12 000 Ortsnamen. Jeder einzelne Name (von den Landschafts- und Siedlungsnamen bis hin zu kleinräumigen Bezeichnungen für Felder, Waldteile und Gewässer) wird genau lokalisiert, sprachlich erklärt und in seinen geschichtlichen und landeskundlichen Zusammenhang gestellt. 
Das fünfbändige Werk "Zuger Ortsnamen" (plus Kartenband) kann über den Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-85548-058-6).
Weiterführende Literatur: Tugium 11(1995), S. 8-16.

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)

Das von der Schweizerischen Eidgenossenschaft getragene Projekt "Historisches Lexikon der Schweiz" hat zum Ziel, den heutigen Stand der schweizerischen Geschichtsforschung in drei Sprachausgaben mit je 13 Bänden und ca. 36 000 Artikeln darzustellen. Dem Kanton Zug sind in den Bereichen Biografien, Familien, Orte und Sachthemen insgesamt rund 550 Artikel zugeteilt, von denen gut zwei Drittel bereits geschrieben und grösstenteils via Internet (www.hls.ch) einsehbar ist. Die Darstellung im HLS wird die geschichtliche Erstinformation über den Kanton Zug auf Generationen hinaus prägen. Um eine möglichst hohe Qualität der zugerischen Artikel zu gewährleisten, finanziert der Kanton für deren Erarbeitung ein Viertelpensum. Als kantonaler wissenschaftlicher Berater fungiert der Staatsarchivar. Vom Gesamtwerk sind bisher (2007) in allen drei Sprachausgaben die ersten sechs Bände im Druck erschienen.
Weiterführende Literatur: Tugium 16(2000), S. 9-16.

Bearbeiter Kanton Zug: Dr. Renato Morosoli

Jahrbuch Tugium

Seit 1985 gibt der Regierungsrat des Kantons Zug das Jahrbuch "Tugium" heraus. Das Staatsarchiv, das Amt für Denkmalpflege und Archäologie, das Museum für Urgeschichte und das Museum Burg Zug, also jene kantonalen Ämter und Museen, die sich in einem umfassenden Sinn und mit den verschiedensten Forschungsmethoden mit der Geschichte des Kantons Zug und seiner Gemeinden befassen, berichten darin einerseits ausführlich über ihre Tätigkeit und veröffentlichen andererseits neueste Forschungsergebnisse.
Zur Übersicht über die Jahrgänge 1985 bis 2004 siehe Register der Bände 1-20.

Redaktor: Dr. Beat Dittli

Forschungskatalog Stadt- und Kantonsgeschichte

In Zug fehlt immer noch eine fundierte Überblicksdarstellung zur Stadt- und Kantonsgeschichte. Im Auftrag des Staatsarchivs hat die BLG Beratungsstelle für Landesgeschichte AG (Autor: Thomas Meier) ausgehend von älteren Vorarbeiten eine Auswahlbibliographie zur Zuger Geschichte zusammengestellt – die entsprechende Datenbank enthält etwas über 3000 Titel – und auf dieser Basis eine "Forschungsübersicht zur Zuger Geschichte" (Zug/Zürich 2003) verfasst. Zur Zeit läuft die Umarbeitung in einen detaillierten Katalog von Forschungsthemen, deren Bearbeitung für die Stadt- und Kantonsgeschichte besonders dringlich und wünschenswert wäre.

Abgeschlossene Projekte mit Beteiligung des Staatsarchivs

  • Jubiläumspublikation 1798/1848: Der Kanton Zug zwischen 1798 und 1848, 2 Bände, Zug 1998 (Mitarbeit in der Redaktionskommission; Produktion des zweiten Bandes: 12 Bevölkerungsporträts. Eine Auswertung der Volkszählung von 1850). Bezug beim Staatsarchiv.
  • Ortsgeschichte Baar, 3 Bände, Baar 2002 (Mitarbeit in der Fachkommission)
  • Jubiläumsband "Zug 650 Jahre eidgenössisch": Zug erkunden, Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen, Zug 2002 (Projektverantwortung). Bezug beim Staatsarchiv.
  • Ägerital – seine Geschichte, 2 Bände, Ober- und Unterägeri 2003 (Projektleitung). Bezug beim Staatsarchiv.