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Onlinesucht

Für viele Menschen gehört das Internet zu ihrem beruflichen oder privaten Alltag und damit zu ihrer Lebensrealität. Wer über das Internet Bescheid weiss, lebt am Puls der Zeit, ist gefragt, hat gute Berufschancen und gilt als zukunftsorientiert. Das Netz hat sich mit einer noch nie da gewesenen Dynamik entwickelt. In 4 Jahren erreichte es 50 Millionen Nutzerinnen und Nutzer, während der PC 13 Jahre, das Fernsehen 16 Jahre, das Radio 38 Jahre und das Telefon 74 Jahre dafür brauchten. Die Vorteile des rasanten Anschlusses an die elektronische Zukunft werden von Fachleuten und Medien gleichermassen gelobt. Gleichzeitig treten aber auch die negativen Begleiterscheinungen dieses neuen Mediums ans Licht: Eine steigende Zahl von Anwenderinnen und Anwendern kommen vom faszinierenden Netz nicht mehr los. Für die Betroffene oder den Betroffenen verschiebt sich der Lebensmittelpunkt vom realen Leben hin zum virtuellen Dasein. Das Netz wird für sie zur Sucht.
Das Internet ist rund um die Uhr während 365 Tagen im Jahr und in der Zwischenzeit recht kostengünstig verfügbar. Ohne aus dem Haus zu gehen, können sich Betroffene jederzeit sehr unauffällig ins Netz einloggen. Dazu kommt, dass das Netz in unserer Gesellschaft mit Eigenschaften wie modern, interessant, gewinnbringend und erfolgsversprechend verknüpft ist. Kaum eine andere Sucht hat einen derart günstigen Nährboden, um sich unauffällig auszubreiten.