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Kantonaler Alkohol-Aktionsplan 2012 - 2018

MEDIENMITTEILUNG

Fortschritte in der Alkoholprävention: neuer Zuger Aktionsplan beschlossen

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug blickt auf sechs Jahre intensiver Arbeit in der Alkoholprävention zurück. Auf Grund der gewonnenen Erfahrungen beschloss die Drogenkonferenz einen neuen Aktionsplan. Diesen präsentierte Joachim Eder, Gesundheitsdirektor und Präsident der Drogenkonferenz, heute zusammen mit Bruno Werder, Gemeindepräsident Cham der Öffentlichkeit. Bis Ende 2018 soll die Situation im Kanton Zug in drei Bereichen verbessert werden: beim Rauschtrinken, beim chronischen Überkonsum sowie beim unangemessenen Konsumieren im Verkehr und bei der Arbeit.

Die Drogenkonferenz des Kantons Zug hat im Jahr 2006 einen mehrjährigen Alkohol-Aktionsplan (KAAP) mit Zielen und Massnahmen beschlossen. Seither konnten viele der gesetzten Ziele ganz oder teilweise erreicht werden: Eine gemeindliche Alkoholpräventionsstrategie wurde zusammen mit allen Gemeinden erstellt; die Früherkennung von Alkoholmissbrauch konnte gestärkt werden, indem Personal- und Führungsverantwortliche, aber auch Ärztinnen und Ärzte regelmässig geschult und informiert wurden, und nicht zuletzt wurden Materialien und Schulungen für das Verkaufspersonal zur Umsetzung des gesetzlichen Jugendschutzes entwickelt. Die letzten Resultate der Testkäufe ergaben, dass die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen grösstenteils eingehalten werden. "Hier zeigt sich, dass unsere vielseitigen Angebote für das Gewerbe und die Gastronomie sowie unsere entsprechenden Schulungen greifen", freut sich Isabelle Egger, verantwortliche Projektleiterin im Gesundheitsamt des Kantons Zug. 2006 wurde in über 34% der Testkäufe unerlaubterweise Alkohol an Minderjährige verkauft; 2010 verstiessen noch 10% der geprüften Betriebe gegen die Jugendschutzbestimmungen.

Alkohol bleibt die Droge Nr. 1
Die Überprüfung der Zielerreichung des ersten KAAP zeigte deutlich, dass trotz der intensiven Arbeit weiterhin grosse Herausforderungen bestehen, weil der Alkoholmissbrauch nach wie vor weit verbreitet ist: "Der Prozentsatz der 15-jährigen Jugendlichen, die wöchentlich Alkohol konsumieren, steigt immer noch an: 2006 tranken 10% der Mädchen und 20% der Knaben mindestens einmal in der Woche Alkohol; 2010 waren es 20% respektive 35%. Die Konsumzunahme entspricht dem gesamtschweizerischen Trend", erläutert Emmanuel Kuntsche, wissenschaftlicher Mitarbeiter der aktuellen Studie zum Gesundheitsverhalten 11- bis 15-jähriger Schülerinnen und Schüler. Die Studie wird von Sucht Info Schweiz in Lausanne im Vierjahresintervall durchgeführt. Nicht nur viele Jugendliche betrinken sich regelmässig an den Wochenenden, auch viele Erwachsene konsumieren gewohnheitsmässig eine grosse Menge Alkoholisches. "Deshalb bleibt der Alkohol die Droge Nr. 1 in unserer Gesellschaft, und es sind weiterhin substanzielle Anstrengungen nötig, um die gesellschaftlichen Belastungen und das individuelle Leid durch den Alkoholmissbrauch zu reduzieren", erläutert Matthias Meyer, Leiter des Gesundheitsamtes des Kantons Zug.

Ziele der Drogenkonferenz
Der neue, zweite Kantonale Alkohol-Aktionsplan 2012 − 2018 setzt aufgrund der gewonnenen Erfahrungen aus dem ersten KAAP einen klaren Fokus auf die Daueraufgaben "Stärkung des Jugendschutzes" und "Zusammenarbeit und Synergiebildung mit Akteurinnen und Akteuren der Alkoholprävention". Konkret sollen folgende drei Schwerpunkte gesetzt werden:
 Reduzierung des Rauschtrinkens, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Menschen im mittleren Lebensabschnitt
 Verringerung des chronischen Überkonsums, vor allem durch Früherkennung und Behandlung
 Senkung des Konsums vor dem oder beim Fahrzeuglenken, am Arbeitsplatz, in Kombination mit Medikamenten, in der Schwangerschaft oder Stillzeit.

Wichtiger Erfolgsfaktor Zusammenarbeit
"Die erzielten Fortschritte in der Alkoholprävention sind vor allem auf die wirkungsvolle Zusammenarbeit aller in diesem Bereich aktiven Akteurinnen und Akteure zurückzuführen", zeigt sich Regierungsrat Joachim Eder, Gesundheitsdirektor und Präsident der Drogenkonferenz, überzeugt. "Es freut mich ausserordentlich, dass wir mit sehr vielen Zuger Organisationen und Institutionen wirkungsvoll zusammenarbeiten können. So haben bei der Entwicklung des neuen KAAP über zwanzig Akteurinnen und Akteure aus dem Kanton Zug mitgewirkt, die sich auch bei der Umsetzung engagieren werden. Für deren Engagement zum Wohle der Zuger Bevölkerung danke ich im Namen der Drogenkonferenz ganz herzlich!"


Gesundheitsdirektion


Weitere Auskünfte am Mittwoch, 18. Januar 2012, 15.00 – 18.00 Uhr vor Ort im Casino Zug

Regierungsrat Joachim Eder

Gemeindepräsident Bruno Werder

Leiter Gesundheitsamt Matthias Meyer