Stimmungsbericht zur "Irish Culture Week" am kgm
Vom 27. September bis am 1. Oktober besuchte die Lyrikerin Leanne O’Sullivan aus dem Westen Irlands im Rahmen der Irish Culture Week das kgm.
Kann eine 26-Jährige 90 Gymnasiasten für 120 Minuten bei der Stange halten? Und das mit Erzählungen und Gedichten? Ja, Leanne O’Sullivan schaffte dies. Im Rahmen unserer Irish Culture Week erzählte sie zuerst vom Westen Irlands, von der Beara Halbinsel, von den Erzählungen ihres Primarlehrers, der kleinen Farm ihres Vaters, von ihrer Grossmutter und den Tanten, die auch noch im Hause wohnten, ihren fünf Geschwistern. Sie zeigte uns ein paar Impressionen von der kargen Landschaft, den sphärischen Sonnenuntergängen und dem Licht, das zwischen den fliegenden Wolken die dumpf scheinenden Boote aufleuchten lässt.
Im zweiten Teil las uns Leanne von ihren Gedichten. Als Teenager durchlebte sie eine schwierige Zeit, hatte Essstörungen und musste das Gymnasium abbrechen. In „The Cord“ kreist sie um das Telefonkabel, das gleichzeitig mit der Nabeschnur verschmilzt. Sie spricht von ihrer Unerreichbarkeit , mit der Leanne’s Mutter zu kämpfen hatte. Schreibend kämpfte sie sich durch diese schwierige Zeit. Mit 18 wurden ihre ersten Gedichte veröffentlicht. Als sie dann später die Collegeexamen nachholte, waren einige ihrer Gedichte bereits auf dem landesweiten Prüfungsplan.
Wenn Leanne erzählt, hört man zu, leidet mit, wenn sie von der Wirtschaftskrise und den Auswirkungen des Pädophilen-Skandals erzählt, denn ihre Erzählungen sind persönlich gefärbt, münden wieder in ein weiteres Gedicht.
Wer in den anschliessenden Workshops dabei war, hat erlebt, wie beflügelnd es ist, selber zu schreiben, zu feilen und sogar, diese Gedichte im Schlusskonzert mit anderen zu teilen.
14.10.2010/Stephan Hegglin-Besmer
