1. Planungsstudie und Teil-Vorprojekt
Vom Richtplaneintrag bis zur Baulinie
Im kantonalen Richtplan ist der geplante Stadttunnel lediglich in seiner ungefähren Lage dargestellt. Bevor Baulinien festgelegt werden können, muss deshalb die optimale Linienführung ermittelt werden.
Dies geschieht in drei Schritten:
1. Variantenvergleich und grobe Machbarkeitsabklärung (Planungsstudie 1. Teil)
2. Vertiefte Untersuchung der Varianten und Auswahl der Bestvariante
(Planungsstudie 2. Teil)
3. Teil-Vorprojekt und Baulinienplan
Alle drei Projektschritte erfolgen unter Einbezug der kantonalen Fachstellen und der Stadt Zug.
2004: Planungsstudie 1. Teil
Gegenstand der Planungsstudie 1. Teil waren drei Basisvarianten. Sie zeigen, wie der Tunnel geführt werden könnte:
- Tunnel kurz: Artherstrasse bis Gotthardstrasse
- Tunnel mittellang: Artherstrasse bis Bereich zwischen Baarer- und Industriestrasse
- Tunnel lang: Artherstrasse bis Gubelstrasse / SBB-Unterführung.
Ein Vergleich der drei Varianten ergab, dass alle das Stadtzentrum sehr gut entlasten, wenn flankierende Massnahmen miteingeplant werden. Auch die verschiedenen Zwischenanschlüsse erwiesen sich als sinnvoll. Was die übrigen Faktoren angeht - Linienführung, Bauweise und -technik, Verkehrsleistung, Umwelt, Raumordnung und Kosten - liess sich aus der Analyse keine klare Empfehlung ableiten, auch wenn der Variante "Tunnel lang" eine gewisse Favoritenrolle nicht abzusprechen war. Für den zweiten Teil der Planungsstudie sollten jedenfalls alle Optionen offen gehalten werden.
2005 - 2006: Planungsstudie 2. Teil
Ausgehend von den Ergebnissen der Planungsstudie 1. Teil und den Anregungen aus der anschliessenden Vernehmlassung liessen sich schliesslich vier in Linienführung und Bauweise unterschiedliche Varianten ableiten, die es lohnten, vertieft untersucht zu werden. Ziel dieser zweiten Planungsstudie war es, eine Bestvariante zu ermitteln. Geprüft wurden folgende Faktoren: Auswirkungen auf den Verkehr, Lüftung, Sicherheit, Bautechnik, Installationsflächen, Etappierung, Bauzeit und Kosten.
Die Untersuchungen ergaben, dass die Varianten 1 und 4 aus lüftungstechnischen Gründen nicht in Frage kommen. Die ansteigende Verbindung zur Aegeristrasse wirkt im Brandfall wie ein Kamin. Die Varianten 2 und 3 erreichten annähernd dasselbe Gesamtresultat, unterschieden sich aber in einzelnen Punkten markant.
| Positive Aspekte | Negative Aspekte |
|---|---|
| + Höhere Verkehrsentlastung der Grabenstrasse und der Vorstadt | − Rückstauproblematik im Tunnel beim Anschluss Gotthardstrasse / Industriestrasse infolge LSA |
| + Geringere Kosten | − Markanter städtebaulicher Eingriff mit hohen Stützmauern beim Anschluss Gotthardstrasse/ Industriestrasse |
| + Etappierung möglich |
| Positive Aspekte | Negative Aspekte |
|---|---|
| + Kein markanter städtebaulicher Eingriff durch die Einfahrt Gotthardstrasse / Industriestrasse | − Etappierung nur mit erheblichem Mehraufwand möglich |
| − Höhere Kosten durch dreistreifigen Ausbau des Tunnels |
Als Kompromiss der kostengünstigeren Variante 2 und der verkehrstechnisch überlegenen Variante 3 wurde schliesslich eine Variante 2+ erarbeitet. Ihr haftet allerdings ebenfalls der Nachteil des städtebaulichen Eingriffs beim Anschluss Gotthardstrasse/ Industriestrasse an. Die Kosten von Variante 2+ lägen zwischen 230 und 380 Mio. Franken.
Zur Ermittlung einer Bestvariante waren bei den Varianten 2+ und 3 weitere Abklärungen nötig.
2007-2008: Planungsstudie 2. Teil -
Weitere Untersuchungen für den Variantenentscheid
Nachdem in den bisherigen Planungsphasen keine Bestvariante ermittelt werden konnte, wurde der Anschluss Gotthardstrasse bei den verbliebenen Varianten 2+ und 3 nochmals vertieft untersucht. Dabei schnitt die Variante 3 vorteilhafter ab, vor allem hinsichtlich Verkehrssicherheit, Luft und Lärm sowie Städtebau.
Im Verlaufe der Arbeiten zeigte sich, dass es bei der Variante 3 zweckmässig sein könnte, den Anschluss Gotthardstrasse mit einer Ausfahrtsmöglichkeiten von Norden her zu ergänzen. Diese neue Variante 3+ fand in der verwaltungsinternen Vernehmlassung breite Zustimmung. Für die Raumfreihaltung wird deshalb die Variante 3+ als Bestvariante weiterverfolgt.
2008-2009: Teil-Vorprojekt mit Baulinien
Alle raumwirksamen Elemente (Tunnel, Fluchtbauwerke, Elektrozentrale, usw.) wurden definiert und ein Baulinien-Vorschlag erarbeitet. Die weiteren Verfahrensschritte sind gegenwärtig sistiert. Grund ist die nochmalige Öffnung des Variantenfächers im Rahmen der 2010 gestarteten strategischen Zwischenphase.
