Standort für Kunsthaus-Projekt wird neu evaluiert
Medienmitteilung vom 3. Februar 2010
Der Zuger Regierungsrat hat entschieden, das Richtplanverfahren für den Neubau des Kunsthauses Zug auf dem Areal der Schützenmatt-Turnhalle am See zu sistieren. Dies aufgrund der breiten Standortkritik im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung. In den kommenden Monaten wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Baudirektion die Standortfrage nochmals evaluieren.
Seit rund einem halben Jahr ist bekannt, dass auf dem Areal der Schützenmatt-Turnhalle am Ufer des Zugersees ein Neubau des Kunsthauses Zug geplant werden soll. Da dieses Vorhaben eine Richtplananpassung voraussetzt, hat die Baudirektion im vergangenen Sommer einen raumplanerischen Bericht verfasst und diesen vom 12. September bis 10. November 2009 öffentlich aufgelegt. Nun liegt das Ergebnis dieses Verfahrens vor, das mit rund 60 Stellungnahmen ein ausserordentlich starkes Echo ausgelöst hat.
Ablehnender Tenor
"Der Grundtenor zum Standort Schützenmatt-Turnhallenareal ist klar", bilanzierte Baudirektor Heinz Tännler an der Medienkonferenz. "Die eingegangenen Stellungnahmen sind mehrheitlich kritisch bis ablehnend." Die Mitwirkung habe jedoch ebenso deutlich gezeigt, dass der Bedarf für ein neues Kunsthaus weitestgehend unbestritten sei. "Dank dieser Klärungen sind wir heute einen wesentlichen Schritt weiter", so Tännler.
Vielfältige Einwände
Unter den vielfältigen Einwänden gegen den Standort Schützenmatt dominierten Argumente wie die Verdrängung bestehender Nutzungen, Verlust von öffentlichem Naherholungsraum oder problematische Gesamtwirkung gegen den See. Zudem wurde im Verlaufe des Mitwirkungsverfahrens bekannt, dass sich auf dem Planungsgrundstück ein unterirdisches Regenüberlaufbecken befindet. Dieses schränkt den verfügbaren Projektperimeter ein, ohne das Vorhaben allerdings zu verunmöglichen. Einer Studie zufolge wäre jedoch bei gleichem Raumvolumen mit grösseren Baukörpern zu rechnen, was angesichts der städtebaulich sensiblen Lage kaum Akzeptanz finden dürfte.
Erweiterte Evaluation
Vertretungen von Kanton und Stadt Zug sowie des Kunsthauses Zug haben zu Beginn dieses Jahres die neue Situation beraten. Sie sind dabei zum Schluss gekommen, die Standortfrage noch einmal aufzurollen und weitere Alternativ-Möglichkeiten zu evaluieren. Dabei soll auch die Stadtzuger Öffentlichkeit via Parteien aktiv in die Suche einbezogen werden. Geführt wird der Prozess von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung der Baudirektion.
Nähe zum Publikum
Die Aufgabe der Arbeitsgruppe wird es sein, im Herbst 2010 einen Standortvorschlag vorzulegen, so dass anschliessend der Richtplanprozess fortgeführt werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt das aktuelle Richtplanverfahren sistiert. "Die Schützenmatt ist folglich nicht endgültig vom Tisch. Sie wird in die erweiterte Evaluation einbezogen", so Heinz Tännler. Ob Schüt-zenmatt-Turnhallenareal oder ein alternativer Standort: Für Martin Elbel, Stiftungspräsident der Freunde Kunsthaus Zug, ist die Nähe zur Öffentlichkeit entscheidend. "Wir wollen uns einem breiteren Publikum öffnen. Darauf basiert auch unser Raum- und Betriebskonzept."
Sportliches Terminprogramm
Beim weiteren Vorgehen will Baudirektor Heinz Tännler ein sportliches Tempo anschlagen. "In einem ersten Schritt wird es darum gehen, die Kriterien für die Standortbewertung zu bereinigen. Die Erkenntnisse beim Schützenmatt-Turnhallenareal werden uns dabei als Vergleichsmassstab dienen." Anschliessend wird ein Katalog möglicher Standorte aufgestellt, die Verfügbarkeit der Areale abgeklärt und eine Bewertung vorgenommen. Zudem sind erste architektonische Studien zu erstellen, welche die räumliche Machbarkeit prüfen. Heinz Tännler: "Ziel ist es, den Standortentscheid noch dieses Jahr vom Regierungsrat zuhanden des Kantonsrates zu verabschieden."
Baudirektion
Weitere Auskünfte:
Heinz Tännler, Regierungsrat
Tel. 041 728 53 01
heinz.taennler@zg.ch
