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1. Ausgangslage

1964 - 1981 Kehrichtdeponie Baarburg
Weil der Kanton Zug in den 1960er Jahren keine Kehrichtverbrennungsanlage realisieren konnte, wurde 1964 die zentrale Kehrichtdeponie Baarburg in Betrieb genommen. Die Kapazität auf einer Fläche von rund vier Hektaren war gegen Ende der 1970er Jahre ausgeschöpft. Deshalb realisierte man 1977 und 1979 je eine weitere Etappe von 1,5 Hektaren. Zwischen 1964 bis zur Schliessung der Deponie 1981 wurden rund zwei Millionen Kubikmeter Kehricht der Zuger und nahen Zürcher Gemeinden abgelagert.

Trinkwasserleitung unterquert Deponie im Baarburgstollen
Unter dem Deponieareal verläuft ein um die Jahrhundertwende mit Stampfbeton erstellter, begehbarer Stollen der Wasserversorgung Zürich. Dieser sogenannte Baarburgstollen führt das Quellwasser für das Trinkwassernetz der Stadt Zürich. Ende 1968 stellte man Risse im Stollengewölbe fest, durch die belastetes Deponiewasser ins Trinkwasser einsickern konnte. Zur Sanierung wurde auf der ganzen Stollenlänge von 380 Metern ein geschweisstes Stahlrohr eingezogen.

Deponie mit Mängeln
Die Deponie verfügt weder über eine Grundabdichtung noch über eine systematische Basisentwässerung. Für die Entwässerung wurden über dem relativ dichten Untergrund lediglich eine Hauptdrainage und einige Stichleitungen verlegt. Zu bemängeln ist auch die Überdeckung der Deponie. Sie ist zu wenig mächtig, ungenügend abgedichtet und nicht fachgerecht rekultiviert. Zudem weist die Oberlächendrainage Funktionsmägel auf.

Kanalfernsehen bringt Schäden ans Licht
In den Jahren 2000 bis 2004 wurden mittels Kanalfernsehen umfangreiche Zustandsaufnahmen des Deponie-Entwässerungssystems durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Hauptdrainage an verschiedenen Stellen gebrochen und grosse Teile der Deponie eingestaut waren. Als Ursache erwies sich die Torfschicht, auf die der Kehricht teilweise abgelagert wurde. Diese Schicht wurde durch das Gewicht der rund 20 Meter hohen Abfalldeponie stark zusammengepresst, wobei die Setzungen die Basisdrainage und auch das Gasfassungssystem beschädigten.

Sickerwasser bedroht Grund- und Trinkwasser
Heute können das Sickerwasser der Deponie und das zufliessende Hangwasser nicht mehr richtig abfliessen. Es staut sich bis zu zwei Dritteln der Deponiehöhe. Dies wiederum behindert den Abbau der organischen Inhaltsstoffe und verzögert die Entgasung der Deponie. Untersuchungen des Grundwassers haben zudem aufgedeckt, dass das Sickerwasser der Deponie ins Grundwasser und in den Baarburgbach infiltriert und so Grund- und Oberflächenwasser verschmutzt. Zur Gefahr wurde das Sickerwasser aber auch für die Trinkwasserleitung im Baarburgstollen, weil das Ende der 1960er Jahre eingezogene Stahlrohr durch die Setzung der Deponie ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde.